Wir schreiben unsere Gedanken in die Weiten des Internets,

doch sie verschwinden im Nichts.

Wir sprechen mit unendlich vielen Gesprächspartnern,

doch erhalten keine Antwort.

 

Wir senden unsere Botschaften nach Außen,

doch viel zu oft gehen sie im Strom der stetig fließenden Informationen unter.

Wir lichten unser Innerstes auf Fotografien ab,

doch diese bleiben ungesehen, unbeachtet, unkommentiert.

 

Dann plötzlich kommt die Antwort – ein Kommentar, eine Nachricht, ein freundliches Gesicht.

Da ist jemand.

Ein echter Mensch mit echten Erfahrungen, echten Gefühlen und einer Meinung.

 

Was bringen uns tausend Gesprächspartner, die nicht antworten?

Was bringen uns Likes und Kommentare, die nichts aussagen?

Was bringen die schönsten und ehrlichsten Worte, wenn sie nicht gelesen werden?

 

Sozialer Monolog
 

Ich bin nicht hier um unendliche Monologe zu halten

 

Manchmal habe ich das Gefühl, Zahlen haben das menschliche Miteinander und echte Konversationen ersetzt. Viel zu oft sehe ich in diversen Instastorys Gesuche danach, diesem oder jenem Freund 1000 Follower zu verschaffen oder einem geposteten Bild mehr Respekt zu zollen – Respekt in Form von Likes. Es geht um die Masse. Viele Follower, bedeuten mehr Fans, mehr Ruhm, von allem einfach mehr. Aber auch mehr Miteinander?

Was bringen mir unzählige stumme Menschen, die sich anschauen, was ich hier treibe? Ich bin nicht hier um unendliche Monologe zu halten. Ich schreibe um zu kommunizieren, meine Gedanken zu teilen und in den Austausch zu gehen. Dann verzichte ich doch lieber auf hundert programmierte „Gorgeous“- und „Amazing“-Kommentare und nehme dafür einen echten. Einen Kommentar, für den sich jemand Zeit genommen hat, für den sich ein echter Mensch vor die Tastatur gesetzt hat um mir diese Worte zu schreiben.

 

Aber wisst ihr, was noch mehr Freude bereitet? Wenn aus dieser Internetwelt etwas Reales wird. Wenn man plötzlich einen Menschen trifft, dessen Bilder man zuvor nur auf dem eigenen Smartphone anstarrte. Wenn eine Freundschaft oder zumindest eine Bekanntschaft entsteht.

Aber solche Dinge haben nur eine Chance, wenn nicht mehr kommentiert und geliked wird um einen blöden Algorithmus zu überlisten, sondern aus echtem Interesse.

 

Sozialer Monolog

Fotos: @fixedmax in den Meisterzimmern der Baumwollspinnerei.

One comment on “Sozialer Monolog
  1. Yva West

    Bin durch Zufall auf deinen Instagramfeed aufmerksam geworden. Hab mich umgeschaut und dann dieses Blogtext gefunden.
    Erster Text schon hab ich das Gefühl jemand versteht mich.
    Ein unendliches Thema zwischen Likes, Informationsüberfluss und Einsamkeit mal jemanden zu finden der wirklich hinschaut, wirklich fühlt, was er da liest und wirklich lebt, was er da so träumt. Oder es versucht. Uns fehlt es an Realität. So sind wir gestrickt. Denke ich. Wir brauchen das Miteinander viel mehr, aber haben es durch eine digitale Droge ersetzt. Traurig und gefährlich, wie ich finde.
    Ich wünsche mir oft, dass auch keine Dinge, die ich so schreibe keine Monologe werden, aber es bleiben es dich ziemlich oft.
    Mich interessieren Gedankenwelten anderer Menschen so sehr, weil sie mich inspirieren, die Perspektive zu wechseln, neues zu erleben und Gedanken, wie auch Glück zu multiplizieren.
    Ich stöbere dann mal weiter. 😉

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