Manchmal frage ich mich, ob ich allein damit bin. Allein mit diesen Gedanken. Allein mit diesen Geschichten in meinem Kopf. Mit den Fantasien und Ideen.

Es gibt nahezu kein Thema, über das ich mir noch keine Gedanken gemacht habe. Laufe ich an einem erleuchteten Fenster vorbei, stelle ich mir vor, wie die Wohnung hinter der Scheibe aussieht. Sehe ich Menschen grübelnd in der Bahn sitzen, male ich mir ihr Leben aus. Erzählt jemand augenscheinlich oberflächlich dies und das, forscht mein Geist ganz unbewusst nach einem tieferen Sinn.

Ich laufe nicht nur mit offenen Augen durch die Welt, sondern auch mit offenem Geist.

 

„Was denkst du?“, werde ich gefragt und lege einen kleinen Teil des ganzen Wirrwarrs in meinem Kopf offen. Mein Gegenüber schaut mich mit großen Augen an. “Wie viel kann ein Mensch denn denken?” Ich atme erleichtert auf, dass ich nicht alles freigelegt habe. Ich atme auf, weil ich mich nicht komplett entblößt habe – geistig. Denn manchmal ist all das in meinem Kopf einfach ein bisschen zu viel.

„Und was denkst du?“, frage ich, um mich selbst aus meinem unendlichen Gedankenstrom zu reißen.

„Ach nichts.“, bekomme ich als Antwort und staune nicht schlecht. Ich krame in meinem Gedächtnis nach, ob es diesen Zustand bei mir schon jemals gab und kann es mit beinahe hundertprozentiger Bestimmtheit verneinen. Ich meine, selbst im Schlaf gibt mein Kopf keine Ruh.

 

 

Ich mag das so. Ich kann mir schnell eine Meinung bilden, weil ich höchstwahrscheinlich schon einmal über dieses oder jenes Thema nachgedacht habe. Ich kann mich gut in Menschen reinversetzen. Es fällt mir selten schwer andere Gedanken nachzuvollziehen – ob ich sie dann mag, ist eine andere Frage. Ich kann mir die verrücktesten Traumwelten ausmalen und sie in meinem Kopf, wie von selbst, Gestalt annehmen lassen. Ich lese viel lieber Bücher als, dass ich Filme schaue, weil ich die Charaktere in meinem Kopf nach meinem Belieben schaffen kann, während ich bei den Besetzungen im Film häufig enttäuscht bin. Ich reflektiere mich oft selbst und finde dabei immer etwas, was ich noch verbessern oder ändern könnte, denn auch mein Ich bleibt von meinen Gedanken nicht verschont.

Nachdenken ist wichtig und nachdenken ist gut, aber zu viel denken macht uns auch nicht glücklicher.

 

Aber manchmal ist es schwer.

Manchmal wünschte ich mir, ich würde nicht alles so zerdenken. Manchmal wünschte ich, ich würde nicht jede Situation schon im Voraus mit all ihren guten, aber auch schlechten Ausgängen durchdenken. Manchmal wünschte ich, ich könnte diesen Strom an Gedanken abstellen. Ihn einfach für einen Moment innehalten lassen um durchzuatmen. Manchmal sehe ich Probleme, wo gar keine sind, einfach weil sie nur in meinem Kopf existieren.

Letzten Endes aber bin ich froh. Froh darüber, dass in meinem Kopf etwas passiert. Dass ich manchmal diese Erkenntnisse habe, die sich wie eine Erleuchtung anfühlen. Ich bin glücklich, über diese Träume und Gedanken, die sich in meinem Kopf tummeln und es dort nie langweilig werden lassen. Und ich bin glücklich über die Menschen, mit denen ich meine Gedanken teilen kann. Bei einem Glas Wein oder einer Tasse Kakao.

Denken ist gut, denken ist schön und ich fühle mich doch meist sehr wohl, in meiner Gedankenwelt.

 

Gedanken über Gedanken - Allein in meiner Gedankenwelt Gedanken über Gedanken - Allein in meiner Gedankenwelt

Gedanken über Gedanken - Allein in meiner Gedankenwelt

Gedanken über Gedanken - Allein in meiner Gedankenwelt Gedanken über Gedanken - Allein in meiner Gedankenwelt Gedanken über Gedanken - Allein in meiner Gedankenwelt

Fotos: Christian Kirschner | Photography

Die Bilder für diesen Beitrag entstanden bereits im letzten Herbst, als Christian und ich mein Halloween-Outfit aus dem letzten Jahr fotografieren wollten. Neben all den Harley Quinns habe ich mich in einen echten Klassiker geworfen. Zusammen mit Maria entschied ich mich für ein White Swan-Kostüm, sie als Gegenpart für den Black Swan. Mein Korsagenkleid kaufte ich bei Amazon. Allerdings solltet ihr, falls ihr auch mit den Gedanken spielt, so zu einer Halloweenparty zu gehen, echt was drunter tragen, denn wie mir scheint, ist das Kleidchen eher für privatere Partys ausgelegt. 😀

 Linas on a budget Version für ein Halloween-Kostüm mochte ich auch sehr gern. ♥


Was sagt ihr? Gibt es zu viele Gedanken? Ich freue mich darauf von euch zu lesen. ♥

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