Als wir durch die Schranke fahren, rumpelt das Auto den bekannten Weg hinter zum Campingplatz. Ich erinnere mich genau. Erst der Platz für die Wohnmobile, dann die Wohnwagen, dann die Zelte. Seit so vielen Jahren war ich nicht mehr hier und obwohl ich mich verändert habe, ist hier alles so geblieben, wie es einmal war. Über allem liegt diese entspannte Ruhe. Die Geräusche der Stadt haben hier keine Daseinsberechtigung. Stattdessen werden unsere Ohren mit dem Rauschen der Wellen verwöhnt. Was für ein friedlicher Ort. Vielleicht hab ich mich weniger verändert als ich dachte.

Wer hätte gedacht, dass ein halbes Jahr Berlin ausreichen würde, um dafür zu sorgen, dass ich mich von ganzem Herzen nach der Natur sehne. Nach Ruhe. Nach Frieden. Und einfach danach dem ganzen Trubel zu entgehen. Die Hektik, das ständige Gedränge und die vielen, vielen Menschen mit ihrer Individualität schlagen irgendwann auf’s Gemüt.

Natur und Ruhe. Diese ganz natürliche Ruhe.

An einem langen Wochenende im Juni nutzten wir die Gelegenheit um einmal rauszukommen. Wie sonst auch, durchforstete ich erst einmal alle möglichen Airbnb-Angebote. Ich hatte viel zu lange kein Meer mehr gesehen. Wo es hingehen sollte, war also schon klar. Dann dachte ich an all die Urlaube zurück, die ich mit meinen Großeltern auf allen möglichen Campingplätzen an der Ostsee verbracht hatte. Oma? Opa? Ihr könnt euch wahrscheinlich noch besser daran erinnern, wie viele Jahre wir gemeinsam mit Wohnwagen und Zelten losgezogen sind. Warum also nicht mal wieder alte Zeiten aufleben lassen? Also buchten wir uns einen Zeltplatz für drei Nächte, sackten Zelt, Schlafsäcke und (fast) alles, was man sonst so braucht, ein und machten uns auf den Weg zum Meer. Endlich wieder.

 

Strand auf Rügen beim Camping

 

Irgendwie war es ein verrücktes Gefühl, jetzt, Jahre später wieder genau da zu stehen, wo ich vor etlichen Jahren stand. Genau dieselbe Düne zum Wasser runterzuschlendern. Genau bei derselben kleinen Backstube Brötchen zu kaufen. Denselben Weg entlangzulaufen, den wir so oft mit dem Fahrrad zurückgelegt haben. Durch den Gespensterwald. Zum Kap Arkona. Alles fühlte sich vertraut an und doch nahm ich es jetzt ganz anders wahr. Es war beinahe als würdigte ich nun alles um ein Vielfaches mehr.

Einige Dinge über Camping, die nicht zu unterschätzen sind

Ein Campingtrip ist kein All inclusive-Urlaub – ein Glück! Er bedarf also einiger Vorbereitung um die Zeit in der Natur wirklich genießen zu können. Und obwohl ich meine komplette Kindheit jedes Jahr wieder mit meinen Großeltern im Campingurlaub war, ist es doch nochmal etwas ganz anderes, wenn man selbst an all die kleinen und großen Helferlein denken muss. Deswegen möchte ich an dieser Stelle die Dinge zusammenfassen, die dann doch den Unterschied zwischen einem gelungenen Campingausflug und dem reinsten Chaos ausmachen. Ein paar richte ich an mein zukünftiges Ich, ein paar an euch, nur für den Fall.

  1. Wenn das ganze Wochenende 17 °C angesagt sind, reicht ein dicker Pullover nicht aus. Außer du möchtest ihn schlichtweg durchgehend tragen. Ja, auch zum Schlafen. 17 Grad sind einfach etwas anderes, wenn man die komplette Zeit draußen verbingt, denn selbst im Zelt ist man ja trotzdem irgendwie draußen.
  2. Es hat seine Vorteile an Geschirr und Besteck zu denken. Und so dekadent es klingt – ein Dosenöffner macht den Unterschied.
  3. Der Platzwart ist der Gebieter über alles und jeden. Hat er einen schlechten Tag, kommst du nicht auf den Campingplatz und musst im Auto schlafen. Bei uns hatte er glücklicherweise einen guten Tag, auch wenn er darüber erst einmal etwas grübeln musste.
  4. Bist du auf dem Campingplatz, gehörst du zur Familie. Zur Campingplatzfamilie. Privatsphäre ist hier fehl am Platz. Dafür kann du aber auch jeden um alles bitten.
  5. Egal, wie sinnlos es zu Beginn erscheint, räume immer alle Tannenzapfen, Steine und Co. unter deinem Zelt weg. Du weißt nie, wie lange deine Luftmatratze hält.

 

Runter zum Strand beim Camping | Rügen Möwe auf dem Wasser Camping | Rügen

Sonnenuntergang beim Camping | Rügen

Kap Arkona beim Camping | Rügen

Weite Felder beim Camping | Rügen Strand im Abendlicht beim Camping | Rügen Steinstrand beim Camping | Rügen

Strand und Düne beim Camping | Rügen Camping und Standkörbe | Rügen

 

Ich hatte wieder einmal die Kamera dabei und habe euch ein paar Impressionen eingefangen. Ein paar Tipps, was es sich anzuschauen lohnt, gibt es oben drauf. Und falls ihr selbst mit dem Gedanken spielt ans Meer zu fahren oder zu campen oder sogar beides, kann ich euch wärmstens den Regenbogen Campingplatz empfehlen. Und nun viel Spaß mit dem kleinen Video. Ich würde mich auf jeden Fall mega über Feedback freuen. 🙂

 

 

Jetzt würde ich aber gern noch von euch wissen, wie ihr zum Camping steht. Liebt ihr es auch draußen in der Natur zu sein oder seid ihr doch eher der All inclusive-Typ?

Zum Schluss bleibt nur noch eins: Danke Oma und Opa, ihr habt mich doch irgendwie zu einer Camperin gemacht. ♥

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

2 comments on “Ruhe und Natur – Camping auf der Insel Rügen | RÜGEN
  1. Kati

    Ganz toller Bericht und vor allem,wenn man selbst schon so oft dort war, fühlt man sich durch deinen Text sofort, als sei man gerade an der Ostsee…Das Video,der schöne Strand von Nonnevitz…Von Sand bis zu den Steinen…einfach toll…Dort kann man den Alltag und die Hektik hinter sich lassen,das ist garantiert!!!
    Camping ob mit Wohnwagen oder Zelt…Es ist einfach toll,so der Natur verbunden zu sein und vor allem mit Kindern, egal welchen Alters…Freiheit, Ruhe und Unbeschwertheit, kein Zeitdruck und die Kinder haben “Freiraum” sich zu entfalten…

    Danke für deine Zeilen und Alles Gute, LG Kati

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*