The not so golden city| PRAGUE

Es gibt einige Städte, die möchte ich schon ewig besuchen. Ich spreche nicht von New York oder Sydney, sondern von Orten, die näher sind als so manches Reiseziel, was ich bisher schon besucht habe. Einer dieser Orte war Prag. Gefühlt jeder war schon da. Gefühlt jeder kann mit Geheimtipps aufwarten. Gefühlt jeder hat seinen persönlichen Lieblingsplatz in der Goldenen Stadt. Jeder – abgesehen von mir.

Knapp drei Autostunden entfernt, ist ein Trip nach Prag nicht wirklich als Fernreise zu betrachten, aber perfekt für einen Wochenendausflug. Gesagt, getan. Wir buchten die Unterkunft, ein hübsches, zentralgelegenes AirBnB-Appartment und machten uns auf den Weg.

 

THE PLACE TO BE

Na Zborenci 275

Praha 2

Czech Republic

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Der Moment, wenn…

… man von erhabenen alten Häusern umgeben ist, der klirrenden Kälte trotzt und einen köstlich süßen Glühwein genießt. Durchgefroren stehen wir von Menschen umringt an der kleinen Bude und genießen das Gefühl, wie uns das Getränk von innen wärmt. Trotz der kalten Temperaturen haben wir die Zeit genutzt und uns die Stadt angeschaut: sind über die Karlsbrücke spaziert und durch die Altstadt geschlendert, vorbei an der mit Gold geschmückten Oper. Prag ist voll von Menschen, schnell und umtriebig und doch geruhsam und erwürdig.

 

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Der Moment, wenn…

…sich die Tür zu dem kleinen französischen Café öffnet und der Duft von frisch gebackenen Croissants die Luft erfüllt. Ein tschechischer Gruß im “Petite France”. Verdrehte Welt und doch zum Wohlfühlen. Das frischbelegte Baguette schmeckt köstlich. Der Blick auf die Passanten vor dem großen Fenster amüsiert uns. Genauso standen wir die vergangenen Tage vor der Auslage. Hier lässt es sich aushalten.

 

Der Moment, wenn…

… es eigentlich Zeit ist Abschied zu nehmen, aber der erste Sonnenaufgang dieser Reise die Stadt erstrahlen lässt. Es ist Sonntagmorgen – der Tag unserer Abreise. Wir machen uns auf den Weg durch die Stadt, um zum Auto zu gelangen. Das Wetter ließ uns ziemlich hängen. Kälte, Regen und Wind verwöhnten uns nicht gerade. Aber dann, am letzten Tag, in den letzten paar Stunden, lässt sich die Sonne blicken. Sie taucht alles in ihr warmes Licht und genau jetzt merke ich, warum so viele Menschen von Prag schwärmen. Warum Prag die Goldene Stadt genannt wird. Die bunten Häuser erstrahlen, die goldenen Spitzen der Oper funkeln und die Moldau wirkt mit einem Mal freundlich.

In den letzten Momenten hast du mich doch noch von dir überzeugt, Prag. Vielleicht komme ich schon bald wieder. Vielleicht im Frühling, wenn alles blüht.

 

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Kopfsache

Stellt euch vor sie wären einfach verschwunden. All die Ängste. Die Bedenken. Die Zweifel. Keine Blockaden mehr. Kein „Was wäre wenn“.

 

Schon lange habe ich diesen Gedanken im Kopf. Wenn so viele andere es können, warum nicht auch ich? Warum nicht einfach mal ins kalte Wasser springen und neue Wege beschreiten? Ich trau mich nicht. Baue mir im Traum Luftschlösser. Was wäre wenn…

Irgendwann erzähle ich von meinem Wunsch und merke, dass mir nicht die erwartete Abwehrhaltung entgegenschlägt. „Mach das, Anna. Ich helfe dir.“ Kein Scherz auf meine Kosten, kein amüsiertes Gelächter – nur Ermutigung. Wir basteln und basteln. Wir schreiben. Fotografieren. Basteln weiter. Und plötzlich: online.

Kopfsache.

 

Dieses ungute Gefühl. Schon seit Tagen, Wochen, Monaten. Keine Antworten über die Ursache. Außer … Kopfsache? Ich habe mich eingeschränkt, Treffen abgesagt – ständig im Hinterkopf dieses Gefühl. Wozu?

Ich lenke meine Gedanken fort von diesen Banalitäten, fort von den Bedenken. Ich beruhige mich. Alles halb so wild. Es gibt immer einen Weg. Überall. Kein Drama mehr um Unnötiges.

Kopfsache.

Die Zeit der Entscheidungen rückt näher. Meine Möglichkeiten hier sind begrenzt. Vielleicht ist das gut. Vielleicht ist das schlecht. Ich möchte vorankommen, mich weiterentwickeln, mein Selbst erweitern. Vielleicht muss ich dazu das gemachte Nest verlassen.

Ich habe mich selbst gebremst. Mich zurückgehalten. Der Gedanke daran, was du darüber denkst, hat mich straucheln lassen. Unterstützt du mich? Motivierst du mich? Oder legst du mir Steine in den Weg aus Angst vor der Entfernung? Ich glaube daran, dass du mir beistehst, so wie ich dir damals beigestanden habe.

Kopfsache.

 

Viel zu oft bremse ich mich selbst. Lebe meine Gedanken und Träume nicht aus, sondern belasse sie in meinem Kopf. Da sind sie sicher, da kann ihnen niemand etwas. Aber da können sie nicht wachsen. Wenn ich es nicht probiere, erfahre ich nie, ob ich es geschafft hätte. Wie viele „Was wäre wenn“s möchte ich noch ansammeln?

Stellt euch vor sie wären einfach verschwunden. All die Ängste. Die Bedenken. Die Zweifel. Keine Blockaden mehr. Kein „Was wäre wenn“.

It’s time to start living.

 


Fotos: Christian Kirschner | Photography

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