„Kennst du sie? Sie hasst dich“, bekomme ich zu hören. Beiläufig lese ich die Worte und bin verdutzt. Ich krame in meinem Kopf nach dem eben genannten Namen. Kein Ergebnis. Tatsächlich scheine ich sie nicht einmal zu kennen. Sie hingegen ist offenbar der Meinung ich sei ihr äußerst vertraut. Ich meine, wie sollte man sonst so einen Groll gegen eine Person hegen?

Viel zu oft benutzen wir es – dieses Wort, hinter dem sich eine viel zu heftige Bedeutung verbirgt. Es wirkt dramatischer, einschneidender. Es reicht nicht mehr, etwas nicht zu mögen. Nein, wir müssen es gleich hassen, um Gehör zu finden. Ich nehme mich da selbst nicht raus.

Ich hasse Linseneintopf.

Ich hasse Unhöflichkeit.

Und ich hasse Schimpfwörter.

Aber Personen? Sicher – zwei bis drei Menschen kenne ich, die mir so zuwider sind, dass ich drüber nachdenken könnten es „hassen“ zu nennen. Aber auch nur im ersten Moment. Im zweiten rudere ich gedanklich zurück. Wünsche ich diesen Menschen alles Schlechte dieser Welt? Natürlich nicht! Ein Denkzettel? Ja. Aber nichts wirklich Schlimmes – keine Krankheit, kein Unglück, keine Strafe. Wahrscheinlich ist es in diesem Falle eher Antipathie. Und meist hat diese auch ihren Grund.

 

Fourth

 

Mit manchen Menschen möchte ich meinen Weg nicht gemeinsam gehen. Manche Menschen ziehen mich runter und lullen mich nach und nach mit ihren negativen Gedanken ein. Für manche Menschen ist das Glas eben immer halb leer.

Natürlich gibt es ab und an diese Phasen. Man ist unzufrieden, manchmal auch schlecht gelaunt und tatsächlich kommt es auch vor, dass man einmal ordentlich Dampf ablassen muss. Ich bin der Meinung, ein bisschen Meckern tut in manchen Fällen auch einfach gut. Einfach alles rauslassen, was einen beschäftigt, aber dann auch wieder die Kurve kriegen und nicht zum Dauernörgler mutieren. So halte ich es.

Was ich immer wieder verwunderlich finde, ist, dass diverse Menschen die Hälfte ihrer Zeit damit verbringen schlecht über andere zu reden, Gerüchte zu erfinden oder lästern als ihr Hobby zu definieren. Wäre es nicht viel sinnvoller diese Zeit in sich selbst zu investieren? Seine eigenen Ziele zu verwirklichen, an sich selbst zu arbeiten oder einfach etwas besser zu machen als am Tag zuvor?

Wir werden nie alles toll finden, was wir erleben. Wir werden auf unserem Lebensweg wahrscheinlich noch einige Menschen treffen, die wir schlichtweg nicht leiden können. Und wahrscheinlich werden wir häufiger mit unschönen Situationen konfrontiert als uns lieb ist.

Wichtig ist nur, dass wir uns auf uns selbst besinnen. Letztendlich können nur wir selbst uns glücklich machen. Sollen sie doch reden. Was macht das schon? So befreiend eine kleine Schimpftirade auch sein mag, vielleicht sollten wir uns öfter fragen, warum uns eine Person so zum Kochen bringt und dann an uns selbst arbeiten.

 

 

Negativity? – No!

 


Fotos: Christian Kirschner | Photography

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